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Wissenswertes über das Haar

Unsere Haare bestehen zu etwa 80 % aus Keratin, 10 % aus Wasser und 5 bis 10 % aus Pigmenten und Lipiden und werden im Laufe des Lebens in einem unveränderlichen Zyklus ständig erneuert. Ihre sichtbare Oberfläche, deren Glanz und Geschmeidigkeit wir besonders schätzen, ist jedoch aus biologischer Sicht abgestorben; unsere Haare entspringen der unter der Kopfhaut eingebetteten Haarwurzel, dem einzigen lebendigen Abschnitt des Haares.

Die Struktur der Haare
Gleichermaßen wie die Nägel und die Körperbehaarung besteht das Kopfhaar hauptsächlich aus Keratin, einer harten und faserigen eiweißhaltigen Substanz. Normales Kopfhaar umfasst 120 000 bis 150 000 Haare, also etwa 250 Haare pro cm2 Kopfhaut mit durchschnittlich 50 bis 100 Mikrometer Durchmesser.

Das Haar besteht aus zwei Abschnitten:

• Die Haarwurzel, der lebendige Teil des Haares, ist in einem Haarfollikel eingebettet. In diesem Abschnitt entstehen die Keratinozyten, aus welchen sich das Haar zusammensetzt, sowie das Melanin, welches ihm seine Farbe verleiht.
• Der Haarschaft – der sichtbare, jedoch aus biologischer Sicht leblose Teil des Haares – besteht aus abgestorbenen, mit Keratin gefüllten Zellen. Er setzt sich aus drei konzentrischen Schichten zusammen:
– Das Haarmark (Medulla) ist eine weiche Substanz im Inneren des Haarschafts und ist aus kernlosen Zellen zusammengesetzt.
– Die Haarrinde (Cortex) umschließt das Haarmark und besteht aus horizontal und vertikal angeordneten Keratinfasern, die dem Haar seine Elastizität und Festigkeit verleihen. In der Cortex befinden sich auch die Melaninpigmente, die dem Haar seine Farbe verleihen.
– Die Schuppenschicht (Cuticula), die äußere Schicht des Haares, besteht aus Keratinschuppen, die wie Dachziegel einander überlappend angeordnet sind.

Die Haare sind von einer fettigen Talgschicht umschlossen, die von der in jedem Haarfollikel eingebetteten Talgdrüse abgesondert wird. Diese Substanz ist grundlegend für gesundes Haar, denn sie bietet ihm Schutz und Nährstoffe und verleiht ihm Glanz und Geschmeidigkeit.

Haarfarben
Die Haare erhalten ihre Farbe durch das Melanin, einem natürlichen Pigment, das von den in der Haarwurzel befindlichen Zellen, den sogenannten Melanozyten, produziert wird. Es gibt zwei verschiedene Melanintypen. Während der erste Typ (Eumelanin, braun bis rot) die braune bis schwarze Haarfarbe bestimmt, färbt der zweite Typ (Phäomelanin, rot bis gelb) das Haar blond bis rot. Je nach der im Haar enthaltenen Melaninmenge ist seine Farbe mehr oder weniger dunkel.
Zwar ist die Haarfarbe im genetischen Code jedes einzelnen Menschen festgeschrieben, jedoch können auch äußere Faktoren (Sonne, Salz usw.) dazu beitragen, dass sich das Haar aufhellt. Mit zunehmendem Alter verlieren die Melanozyten des Haares ihre Leistungsfähigkeit und vereinzeln sich. Es treten die ersten grauen oder weißen Haare auf, die fast kein Melanin mehr enthalten.
Der Lebenszyklus des Haares

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Im Laufe unseres Lebens wächst unser Haar, fällt aus und wächst wieder nach. Dieser Erneuerungszyklus ist ab der Geburt vorprogrammiert. Jedes Haarfollikel ist in der Lage, nacheinander etwa 15 Haare zu produzieren, bis es seine Funktion einstellt und schließlich abstirbt. Das Haarwachstum ist kein kontinuierlicher Prozess, sondern erfolgt in drei aufeinander folgenden Phasen:
• der Anagenphase, welche 3 bis 7 Jahre dauert, wächst das Haar etwa 0,3 mm pro Tag (also 1 cm pro Monat). An der Haarwurzel entstehen neue Keratinozyten, welche die älteren nach außen schieben, wodurch sich das Haar verlängert.
• der Catagenphase, die 3 bis 4 Wochen dauert, degenerieren die Keratinozyten der Haarwurzel und sterben schließlich ab. Die Haarwurzel wandert also langsam an die Oberfläche der Kopfhaut.
• der Telogenphase, die 3 bis 4 Monate dauert, fällt das Haar auf natürliche Weise aus, und es folgt eine Ruhephase, die sogenannte Latenzzeit, bevor ein neuer Zyklus beginnt.
Trotz dieser verschiedenen Phasen, die jedes einzelne unserer Haare durchlebt, behält unser Haupthaar eine sichtbar konstante Dichte (außer in Fällen von Alopezie). Dies ist auf die Tatsache zurückzuführen, dass sich etwa 90 % unserer Haare in der Anagenphase befinden. Die wenigen Dutzend Haare, die wir jeden Tag verlieren, fallen also nicht ins Gewicht.

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